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Tagungsbericht „KI und fachspezifisches Lehren und Lernen: Quo vadis, Fremdsprachendidaktik“, 19. bis 20.03.2026, PH Ludwigsburg
Rund 90 Personen aus Wissenschaft, Schule und Verlagswesen haben sich am 19. & 20.03. an der PH Ludwigsburg getroffen, um in 24 Vorträgen, zahlreichen Diskussionen und zwei hochkarätigen Keynotes eine grundsätzliche Frage zu beantworten: „Quo vadis“, wohin gehst du, Fremdsprachendidaktik?
Bereits in der einführenden Keynote bewies Prof.‘in Dr.‘in Carolyn Blume (PH Heidelberg), wie vielfältig diese Frage vor dem Hintergrund von technologischen Entwicklungen im Bereich Künstlicher Intelligenz beantwortet werden kann. Dabei stellte sie Auswirkungen auf Forschung und Lehre, aber vor allem auf unsere Wissenschaftscommunity heraus. Die Community war zugleich auch der inhaltliche Anker, mit dem die Frage nach dem Weg beantwortet werden sollte. „Wie Pudding mit Gabeln essen“ schließt sie in der gleichnamigen Keynote, sei das Bearbeiten von KI aus fremdsprachendidaktischen Perspektive Mühevoll, könne aber zugleich auch ein Moment auslösen, der Leichtigkeit und Gemeinsamkeit betone.
Ganz im Sinne der Community stellten dann 24 Autor:innenteams ihre Projekte vor, die von Unterrichtsforschung über Hochschuldidaktik bis zu berufsqualifizierenden Fremdsprachenlehre alle Bereiche der Disziplin abdeckten. Besonders haben wir uns über die Vielfalt der Beiträge und Beitragenden gefreut, die aus allen Teilen Deutschlands, aber auch über die Landesgrenzen hinaus den Weg nach Ludwigsburg fanden.
Alle gemeinsam erinnerte schließlich Prof. Dr. Detmar Meurers (IWM Tübingen) daran, dass technologische Entwicklungen schnelllebig seien, die fundamentalen Prinzipien des (Fremd-)sprachenlernens aber bestand behielten. Er verband damit zugleich den Aufruf, sich als Disziplin selbstbewusst auf eben jene Prinzipien zu beziehen, von dort aus Probleme zu eruieren und dann im Bereich KI Lösungen zu finden. „Fachlichkeit statt Technikeuphorie“, so das Plädoyer. Ein Plädoyer, das ganz dem Spirit der Tagung entsprach, die in ihrer Konzeption dem Fokus auf das Fach und die fachliche Community gewidmet war. So wollten wir herausstellen, was die Fremdsprachenforschung aus dem Diskurs zu KI ziehen und zu diesem beitragen kann anstatt Antworten für einen technologischen Diskurs zu suchen, der von außen an die Disziplin herangetragen wird.
Wir hoffen, dass wir mit der Veranstaltung und in Kooperation zwischen der PH Ludwigsburg und der Universität Vechta diesem Ziel ein Stück nähergekommen sind. Wir bedanken uns herzlich bei allen Beitragenden und freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit. Dank gilt zudem der PH Ludwigsburg, der Universität Vechta, der Deutschen Gesellschaft für Fremdsprachenforschung und dem Postdoc-Kolleg TEIFUN für die finanzielle Unterstützung sowie den WHKs Noah Wiech und Emil Schäfer sowie der SHK Julia Ermanntraut für die tolle Zusammenarbeit.
Wohin genau die Diskussionen und Ergebnisse der Tagung führen, wird sich in den nächsten Jahren in den angestoßenen Kooperationen und geplanten Veröffentlichungen zeigen. Sicher ist aber schon jetzt, dass der Weg gemeinschaftlich als Fachcommunity gestaltet wird.
Can Küplüce & Larena SchäferStellenantritt von Dr. Sercan Sever
Das Postdoc-Kolleg TEIFUN heißt Dr. Sercan Sever herzlich willkommen, der seine Postdoc-Stelle am 1. Juli an der Universität Tübingen am Lehrstuhl für Literatur- und Mediendidaktik angetreten hat. Herr Dr. Sever forscht u.a. zum Umgang mit KI im Deutschunterricht, zu den gesellschaftlichen Folgen technologischer Innovationen sowie zu den erkenntnistheoretischen Zusammenhängen zwischen Sprache, Technik und Zukunft.
Assoziierte Mitgliedschaft
Ab sofort ist es für Postdoktorand:innen mit herausragend abgeschlossener Promotion und Promovierende, deren Forschungsarbeiten rund um das Thema „Fachspezifische Bildung und KI im 21. Jahrhundert“ verortet und weit fortgeschritten sind und die nicht als wiss. Mitarbeiter:innen über das kooperative Postdoc-Kolleg TEIFUN angestellt sind, möglich, sich um eine Assoziierung am Kolleg zu bewerben. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf unserer Website.
13. MÄRZ 2024 – Start des deutschlandweit ersten Postdoc-Kollegs für Nachwuchswissenschaftler:innen mit Lehramtshintergrund

Innovativ und praxisnah für einen qualitätsvollen digital gestützten Fachunterricht
Stuttgart/Tübingen, 13.03.2024
Die Kritik an der langsam voranschreitenden Digitalisierung in Deutschlands Schulen reißt nicht ab. In zahlreichen aktuellen Studien zeigt sich, dass die Schulen hierzulande bei der digitalen Ausstattung und auch mit Blick auf die gelebte Kultur der Digitalität beim Lehren und Lernen einen großen Aufholbedarf haben. Das muss nicht so bleiben, sagten sich die beiden Schools of Education in Tübingen und Stuttgart-Ludwigsburg und bewarben sich im Rahmen einer Ausschreibung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg zur Evaluation der Schools mit ihrem gemeinsamen Konzept für ein einzigartiges Postdoc-Kolleg um finanzielle Förderung. Und sie hatten Erfolg! Das deutschlandweit erste kooperative Postdoc-Kolleg, das gezielt die Bedarfe von promovierten Nachwuchswissenschaftler:innen mit schulpraktischen Erfahrungen adressiert, wurde bewilligt.
Mit TEIFUN, dessen Auftakt man Anfang März feierlich in Anwesenheit von Vertretern der jeweiligen Rektorate und des Wissenschaftsministeriums in der Geschäftsstelle der Professional School of Education in Stuttgart beging, hat die erste Kohorte des Postdoc-Kollegs nun ihre Arbeit aufgenommen. Um flexibel auf die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts in der Lehrkräftebildung reagieren zu können, steht das Kolleg alle sechs Jahre unter einem neuen thematischen Vorzeichen. Mit seinem Fokus auf „Technologiegestützte Innovationen in fachspezifischen Unterrichtssettings“ – kurz als Akronym: TEIFUN – ist der Fokus in den nächsten sechs Jahren auf den bedeutenden Themenkomplex „Bildung und KI im 21. Jahrhundert“ gerichtet. Im Zentrum von TEIFUN steht die Frage, wie technologiegestützte Innovationen bestmöglich zu einer tatsächlichen Verbesserung des fachspezifischen Unterrichts beitragen können. Diese klar schulbezogene Ausrichtung, die auch die auf TEIFUN folgenden Kohorten haben werden, zeichnet das Kolleg in besonderer Weise aus.
Für die Forschungsarbeiten zu TEIFUN konnten insgesamt sechs Kollegiat:innen aus dem nationalen und internationalen Raum gewonnen werden. In ihren Projekten greifen die Nachwuchswissenschaftler:innen Unterrichtsthemen wie Schreibkompetenz, Hörverstehen im Fremdspracherwerb oder auch die Einbindung von Übersetzungssoftware in Sprachen auf, mit der Lehrkräfte nicht vertraut sind. Dabei werden neueste Technologien wie künstliche Intelligenz und Augmented Reality angewendet, die entwickelten Prototypen ganz konkret im Klassenraum getestet und ihre zukünftige Nutzung im Unterricht durch entsprechende Forschung optimiert. Im Rahmen ihrer Forschungszeit von sechs Jahren sollen sich die Kollegiat:innen habilitieren, um im Anschluss auf Professuren in den Fachdidaktiken oder Bildungswissenschaften berufen zu werden. Damit leistet das Postdoc-Kolleg langfristig auch einen entscheidenden Beitrag zur Lehrkräftebildung.
Ministerialdirektor Dr. Hans Reiter vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, welches das kooperative Postdoc-Kolleg als Bestandteil einer akademischen Zukunftsstrategie des Landes dauerhaft finanziert, Prorektor Professor Peter Grathwohl von der Universität Tübingen und Rektor Professor Jörg Keßler von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg gaben dem Kolleg unterstützende Worte mit auf den Weg und wünschten den Nachwuchswissenschaftler:innen Durchhaltevermögen und gutes Gelingen bei ihren ambitionierten Projekten.
Die Stuttgarter Direktorin des Kollegs, Professorin Christine Sälzer, stellte erfreut fest: „Schulische Bildung ist eines der zentralen Themen unserer Zeit und zugleich auch eine Forderung an die Lehrkräftebildung. Mit dem kooperativen Postdoc-Kolleg konnte ein Format geschaffen werden, das auf Dauer und nicht als kurzfristig angelegtes Projekt eine akademische Umgebung für exzellente Nachwuchsforschende schafft, die sich somit ein wissenschaftliches Profil bilden und ihre Forschung in den Dienst der Unterrichtsentwicklung stellen können.“
Professor Thorsten Bohl, der Tübinger Direktor von TEIFUN, äußerte sich ebenfalls sehr erfreut über den Start des Kollegs: „Das Profil des Postdoc Kollegs sowie die standortübergreifende Kooperation zwischen den beteiligten Schools of Education sind einmalig in Deutschland. Wir freuen uns zudem über sechs exzellente Postdocs, die wir in einem aufwändigen Verfahren gewinnen konnten. Nach langer Vorbereitungszeit können wir nun endlich starten.“
